
Mitarbeit
- Prof. Dr. Rudolf Kammerl (FAU Erlangen-Nürnberg, Projektleitung)
- Dr. Claudia Lampert (Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, Hamburg, Projektleitung)
- Dr. Katrin Kreutz (FAU Erlangen-Nürnberg, Wiss. Mitarbeitern)
- Paulina Domdey (Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, Hamburg, Wiss. Mitarbeiterin)
- Saskia Draheim (FAU Erlangen-Nürnberg, Wiss. Mitarbeiterin)
- Christina Leppin (Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, Hamburg, Wiss. Mitarbeiterin)
- Nicole Schliederer (Studentische Hilfskraft)
- Iuliia Loban (Studentische Hilfskraft B.A.)
- Marcel Rechlitz (Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, Hamburg, Wiss. Mitarbeiter bis 09/21)
- Dr. Jane Müller (FAU Erlangen-Nürnberg, Wiss. Mitarbeiterin bis 11/21)
- Dr. Andreas Dertinger (FAU Erlangen-Nürnberg, Wiss. Mitarbeiter bis 12/21)
- Paul Petschner (FAU Erlangen-Nürnberg, Wiss. Mitarbeiter bis 12/21)
Das Projekt wird von der DFG-Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.
Zusammenfassung der wissenschaftlichen Ziele
Das Projekt untersucht das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen unter den Bedingungen einer sich wandelnden Medienumgebung in einer längsschnittlichen Perspektive. Durch den Einbezug des konstruktivistischen Ansatzes der kommunikativen Figurationen leistet die Studie einen Beitrag zur Weiterentwicklung traditioneller Perspektiven auf Sozialisation, indem verschiedene soziale Akteure berücksichtigt werden (z.B. Familie, Peers und Schule). Vor dem Hintergrund des Ansatzes der kommunikativen Figurationen werden Akteure als kommunikativ-konstruierte „soziale Domänen“ betrachtet, in denen Medien eine immer wichtigere Rolle einnehmen (z. B. für Kommunikation, Unterhaltung und Information). Der theoretische Rahmen bedingt sowohl eine qualitative als auch eine längsschnittliche Herangehensweise. Die qualitative Panelstudie rekonstruierte anhand zweier Kohorten sich wandelnde Medienrepertoires und kommunikative Praktiken. Der Fokus liegt dabei auf wichtigen Übergängen im Leben, auf Entwicklungsaufgaben sowie auf Aushandlungsprozessen mit anderen sozialen Akteur*innen und Domänen.
Die Studie umfasst zwei Förderphasen (2018-2021 und 2021-2025): Von ursprünglich 32 Familien konnten alle vier Erhebungswellen mit insgesamt 26 Familien aus den Großräumen Hamburg und Nürnberg realisiert werden. Durch den Einbezug zweier Kohorten (die Kinder hatten bei der ersten Erhebung entweder die Einschulung oder den Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule gemeistert) konnte der Einfluss institutioneller Übergänge auf Medienpraktiken berücksichtigt werden. Um die Rolle des Medienrepertoires und die Bedeutung der Medien in unterschiedlichen sozialen Beziehungen verstehen zu können, wurden altersangemessene Erhebungsinstrumente (weiter-)entwickelt (teil-standardisierte Leitfadeninterviews, Visualisierung von „Medien-Akteurs-Relation“, Medientagebücher). Für ein umfassendes Bild des interaktiven Sozialisationsprozesses wurden sowohl die Perspektiven der Kinder als auch die der befragten Elternteile mit einbezogen.
Die Studie lieferte Ergebnisse zu medienbezogenen Aushandlungsprozessen zwischen Heranwachsenden und den sozialen Domänen Familie, Peers und Schule, welche sich anhand der Dimensionen Autonomie und Heteronomie, Nähe und Distanz sowie Zugehörigkeit und Abgrenzung nachzeichnen lassen. Zudem konnte nachgezeichnet werden, wie sich die Bearbeitung von Entwicklungsaufgaben mit und über Medien verändert. Insbesondere der (digitalen) Kommunikation mit Gleichaltrigen kommt eine wichtige Rolle zu. Deutlich wird dabei, dass die Mediensozialisation von Kindern und Jugendlichen nicht nur von den Medien-ensembles und den damit verbundenen Einstellungen und Werten beeinflusst wird, sondern dass auch – auf der Makroebene – die sich wandelnde Medienumgebung weitreichende Ver-änderungen für deren Medienpraktiken mit sich bringt.
Projektlaufzeit
August 2018 – Juni 2025