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Verläufe exzessiver Internetnutzung in Familien (VEIF)


Projekt-Team

  • Prof. Dr. Rudolf Kammerl – Projektleitung
  • Prof. Dr. Lutz Wartberg – Projektleitung
  • Dr. Michaela Kramer – wissenschaftliche Mitarbeit
  • Matthias Zieglmeier – wissenschaftliche Mitarbeit bis 04/2020 und Doktorand
  • Felicia Schindelek – studentische Hilfskraft mit Bachelorabschluss

Das Projekt wird von der DFG-Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.

Project Information EN


Problembeschreibung

Neben der medialen Öffentlichkeit widmen sich auch unterschiedliche Wissenschaftsbereiche der exzessiven Internetnutzung von Jugendlichen. Ergebnisse internationaler Studien belegen dabei einen Zusammenhang mit familialen Einflussfaktoren. Bisher fehlen jedoch längsschnittlich angelegte Studien, um diesen Zusammenhang genauer beschreiben zu können. Dementsprechend liegt der Fokus der VEIF-Studie auf dem Verlauf exzessiver Internetnutzung von Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung der Familie.


Zielsetzung und Fragenstellung

Gesellschaftlich bedarf es näherer Kenntnisse zum Verlauf des Phänomens exzessiver Internetnutzung, um geeignete Präventions-, Diagnose- und Interventionsmaßnahmen entwickeln zu können. Zur hierfür erforderlichen Grundlagenforschung soll die VEIF-Studie einen Beitrag leisten. Anhand quantitativer Methoden werden über insgesamt 60 Monate Daten erhoben, welche Aufschluss über das Phänomen, dessen Entwicklung und den Einfluss der Familie geben. Leitend sind folgende Fragestellungen:

  • In welchem Alter und aus welchen Gründen beginnen Jugendliche das Internet exzessiv zu nutzen?
  • Wann nimmt dies gegebenenfalls wieder ab?
  • Welchen Einfluss nimmt die Familie auf den individuellen Entwicklungsverlauf?

Forschungmethoden

Die Studie folgt einem multiperspektivischen Forschungsansatz. Es wird davon ausgegangen, dass exzessive Internetnutzung in Familien zu einem Problem wird, wenn es von den Familienmitgliedern als ein solches wahrgenommen wird. Dabei muss die Perspektive der Eltern nicht notwendigerweise von den Jugendlichen geteilt werden. Gleichzeitig entsprechen die als Problem wahrgenommenen Phänomene nicht unbedingt der Perspektive einer wissenschaftlichen Definition suchtartiger Internetnutzung. Im Rahmen einer quantitativen Fragebogenerhebung werden aus diesem Grund Familiendyaden (bestehend aus einer oder einem Jugendlichen und jeweils einem Erziehungsberechtigten) sowohl zu ihrer subjektiven Problemsicht befragt als auch Instrumente der Suchtforschung (YDQ, IGDS) eingesetzt.

Um die spezifischen Problemverläufe anhand der Daten abbilden zu können, wird primär eine Gruppe mit erhöhtem Risiko für exzessive Internetnutzung untersucht. Dieses wird dann angenommen, wenn eine Mediennutzungsproblematik mindestens seitens der Erziehenden oder der Jugendlichen wahrgenommen wird. Der Anteil der rekrutierten Jugendlichen mit problematischen Mediennutzungsweisen liegt hierbei in der Stichprobe höher als in der Allgemeinbevölkerung (sogenanntes „Oversampling“). Um Vergleiche mit Familien ohne jegliche Problemdefinition anstellen zu können, wird darüber hinaus eine Kontrollgruppe hinzugezogen. Die quantitative Datenerhebung umfasst insgesamt sechs Wellen. Zum ersten Erhebungszeitpunkt (2016) wurden 1095 Familiendyaden befragt und zum fünften Erhebungszeitpunkt (2020) konnten Daten bei 498 Familien erhoben werden. Analyseschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Familienklima, Medienerziehung, psychische Gesundheit und formale Bildung und ihrer prädiktiven Bedeutung für exzessive Internetnutzung bei Jugendlichen im zeitlichen Verlauf.


Projektlaufzeit

August 2015 – November 2021

 

Publikationen zu VEIF

  • Wartberg L., Zieglmeier M., Kammerl R.: An Empirical Exploration of Longitudinal Predictors for Problematic Internet Use and Problematic Gaming Behavior In: Psychological Reports (2020) ISSN: 0033-2941  DOI: 10.1177/0033294120913488
  • Kammerl R., Zieglmeier M., Wartberg L.: Parental media education and familial aspects for problematic Internet use in adolescence In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (2019) ISSN: 1434-663X DOI: 10.1007/s11618-019-00920-1
  • Kammerl R., Zieglmeier M., Wartberg L.: Exzessive und problematische Internetnutzung im familialen Kontext In: Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis (2019), S. 90-94 ISSN: 1865-9330
  • Wartberg, L., Zieglmeier, M. & Kammerl, R. (2019). Accordance of Adolescent and Parental Ratings of Internet Gaming Disorder and Their Associations with Psychosocial Aspects. Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking, 22 (4), 264-270.
  • Kammerl, R., Wartberg, L. & Zieglmeier, M. (2018). Kritische Perspektiven auf den Umfang der Internetnutzung Jugendlicher. Eine Frage der Generationszugehörig­keit? In: Niesyto, H./ Moser, H. (Hrsg.): Medienkritik im digitalen Zeitalter. Mün­chen: kopaed. 207-219.
  • Wartberg, L., Kriston, L., Zieglmeier, M., Lincoln, T. & Kammerl, R. (2018). A longitudinal study on psychosocial causes and consequences of Internet gaming disorder in adolescence. Psychological Medicine, 49 (2), 287-294.
  • Kammerl, R. & Wartberg, L. (2018). Zusammenhänge zwischen problematischer In­ternetnutzung und Medienerziehung in der Familie. In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 67 (2), 134-153.
  • Wartberg, L., Kriston, L. & Kammerl, R. (2017). Associations of Social Support, Friends Only Known Through the Internet, and Health-Related Quality of Life with Internet Gaming Disorder in Adolescence. In: Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking. 20 (7), 436-441.
  • Wartberg, L., Kriston, L., Kramer, M., Schwedler, A., Lincoln, T. M. & Kammerl, R. (2017). Internet gaming disorder in early adolescence: Associations with parental and adolescent mental health. In: European Psychiatry, 43, 14-18.