Sozialisation in einer sich wandelnden Medienumgebung

Mitarbeit

Prof. Dr. Rudolf Kammerl
Dr. Claudia Lampert
Dieses Projekt wird von der DFG gefördert.


Zusammenfassung der wissenschaftlichen Ziele

Das Projekt untersucht die Konsequenzen einer sich wandelnden Medienumgebung für die Sozialisation von Kindern. Dabei wird unter Sozialisation jener Prozess verstanden, durch den Individuen zu sozial handlungsfähigen Mitgliedern einer Gesellschaft werden. Vor dem Hintergrund tiefgreifender und dynamischer Mediatisierung, die sich durch eine Zunahme an internetbasierter Verbundenheit, Datafizierung und zunehmende Ausdifferenzierung von Kommunikationsmedien kennzeichnet, sind zahlreiche Fragen nach der Relevanz neuer medialer Praktiken für das Aufwachsen offen. Als theoretischer Rahmen dient der Ansatz der kommunikativen Figurationen, in dem Sozialisationsinstanzen als kommunikativ konstruiert verstanden werden. Innerhalb der kommunikativen Figurationen von Familie, Peergroup oder Schulklasse dienen Medien als wichtige Kommunikationsmittel und -themen. Besonderes Augenmerk liegt in dem Forschungsvorhaben auf medienbezogenen Prozessen des Aushandelns von Zugehörigkeit und Abgrenzung. Die Familie steht im Mittelpunkt des Projekts. Sie ist der erste und einer der bedeutendsten sozialen Kontexte, in denen Sozialisation stattfindet und spielt auch bei der Regulierung des Medienrepertoires der Kinder eine gewichtige Rolle. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche Bedeutung haben das Medienrepertoire und die kommunikativen Praktiken der Kinder für deren soziale Einbettung innerhalb verschiedener sozialer Kontexte? In einer qualitativen Panel-Studie werden Kinder und ihre Eltern in einem Zeitraum von drei Jahren zweimal interviewt. Die theoretische und empirische Anlage des erlaubt es, sowohl die medialen Entwicklungen innerhalb sogenannter „Early Adopter“-Familien als auch mögliche Tendenzen und Gründe einer Ablehnung digitaler Medien einzubeziehen. Die Arbeit mit zwei parallelen Kohorten erlaubt die Untersuchung einer relativ großen Altersspanne. Dabei werden die institutionellen Übergänge vom Kindergarten in die Schule bzw. von der Grundschule auf eine weiterführende Schule mit einbezogen, der oft mit erheblichen Veränderungen in Bezug auf Mediennutzung und Medienkompetenz der Heranwachsenden verbunden ist. Um ein umfassendes Bild des interaktiven Sozialisationsprozesses zu zeichnen, werden die Perspektiven sowohl der Kinder als auch der Eltern berücksichtigt.


Projektlaufzeit

Beginn: 2018
Ende: 2020