ConKids – Sozialisation in einer sich wandelnden Medienumgebung

Mitarbeit

Das Projekt wird von der DFG-Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.

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Zusammenfassung der wissenschaftlichen Ziele

Das Projekt untersucht die Konsequenzen einer sich wandelnden Medienumgebung für die Sozialisation von Kindern. Dabei wird unter Sozialisation jener Prozess verstanden, durch den Individuen zu sozial handlungsfähigen Mitgliedern einer Gesellschaft werden. Vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Medienumgebung, die sich durch eine Zunahme an internetbasierter Verbundenheit, Datafizierung und zunehmender Ausdifferenzierung von Kommunikationsmedien kennzeichnet, sind zahlreiche Fragen nach der Relevanz neuer medialer Praktiken für das Aufwachsen offen. Als theoretischer Rahmen dient der Ansatz der kommunikativen Figurationen, in dem soziale Domänen als kommunikativ konstruiert verstanden werden. Innerhalb der kommunikativen Figurationen von Familie, Peers oder Schulklasse dienen Medien als wichtige Kommunikationsmittel und -themen. Besonderes Augenmerk liegt in dem Forschungsvorhaben auf der Rolle der Familie. Sie ist der erste und einer der bedeutendsten sozialen Domänen, in denen Sozialisation stattfindet und spielt auch bei der Regulierung des Medienrepertoires der Kinder eine gewichtige Rolle. Die zentrale Forschungsfrage der ersten Projektphase lautet: Welche Bedeutung haben das Medienrepertoire und die kommunikativen Praktiken der Kinder für deren soziale Einbettung innerhalb verschiedener sozialer Kontexte? Diese und darüberhinausgehende Fragen zur medienbezogenen Sozialisation von Kindern werden in einer Buchpublikation (Ende 2021) zum Abschluss der ersten Projektphase beantwortet.

Im Anschluss an die beiden Interviews der Kinder und ihrer Eltern im Herbst 2018 und 2019 sind in der zweiten Projektphase zwei weitere Interviews im Frühjahr 2022 und 2023 geplant. Um ein umfassendes Bild des interaktiven Sozialisationsprozesses zu zeichnen, werden die Perspektiven sowohl der Kinder als auch der Eltern berücksichtigt. Die Arbeit mit zwei parallelen Kohorten erlaubt die Untersuchung einer relativ großen Altersspanne: zum ersten Interviewzeitpunkt waren die Kinder der jüngeren Kohorte sechs bis sieben und die der älteren zehn bis elf Jahre alt. Dabei konnten die institutionellen Übergänge vom Kindergarten in die Schule bzw. von der Grundschule auf eine weiterführende Schule mit einbezogen werden, die oft mit erheblichen Veränderungen in Bezug auf Mediennutzung und Medienkompetenz der Heranwachsenden verbunden sind. Die Weiterführung des Panels um die beiden Erhebungswellen der zweiten Projektphase erlaubt den Vergleich der jüngeren Kohorte mit der älteren beim Erreichen der gleichen Altersspanne und Ausblicke auf Veränderungen im Jugendalter seitens der älteren Kohorte. Zudem können die Einflüsse der Corona-Pandemie, die tiefgreifende Veränderungen des medialen Alltags nach sich gezogen haben dürfte, in die weiterführende Analyse mit aufgenommen werden.

Projektlaufzeit

August 2018 – Dezember 2024